8. Juni 2026
16. Woche der soziologischen Nachwuchsforschung: Ergebnisplakat ausgestellt
Im Rahmen der 16. Woche der soziologischen Nachwuchsforschung
an der Universität Wien werden wissenschaftliche Arbeiten präsentiert und diskutiert.
Erstmals konnten neben Abschluss- und Qualifikationsarbeiten auch
Ergebnispräsentationen aus forschungsnahen Lehrveranstaltungen eingereicht werden. Die
Leitung des Seminars DEDA (Datenerhebung & Datenauswertung) reichte das
Ergebnisplakat unserer Arbeitsgruppe ein — es wurde von der Institutsleitung zur
Ausstellung in einem Infokasten ausgewählt.
Inhaltlich basierend auf meiner Untersuchung zum Zusammenhang von unbezahlter
Care-Arbeit und subjektivem Wohlbefinden.
Das Seminar hatte unbezahlte Care-Arbeit zum Schwerpunkt.
Unsere Arbeitsgruppe ging der Frage nach, ob sich die individuelle
Lebenszufriedenheit zwischen Personen mit hohem und mit geringem Umfang
unbezahlter Sorgearbeit unterscheidet. Ausgangspunkt war die in der Literatur
gut belegte Annahme, dass Sorgearbeit mit zeitlichen, emotionalen und
strukturellen Belastungen einhergeht, die sich auf das subjektive Wohlbefinden
auswirken können. Geprüft wurde gerichtet: die Alternativhypothese
erwartete eine geringere Lebenszufriedenheit bei viel Care-Arbeit.
Erhoben wurde vom 1. bis 14. Dezember 2025 mit einem
standardisierten Fragebogen; 155 Personen nahmen teil, nach Bereinigung blieben
121 Fälle. Die abhängige Variable ist ein transformierter Summenindex
der Lebensqualität — formal ordinalskaliert, hier als quasi-metrisch
behandelt —, die unabhängige Variable wurde dichotomisiert. Gerechnet
wurde ein t-Test für unabhängige Stichproben, ergänzt um eine
punkt-biseriale Korrelation und eine lineare Regression, um den Zusammenhang
auch unabhängig von reinen Mittelwertsunterschieden zu prüfen.
Der erwartete Unterschied zeigte sich nicht.
Der t-Test ergab t(110) = 1,194 bei p = .235 (zweiseitig); das
95-%-Konfidenzintervall der Mittelwertdifferenz reicht von −0,68 bis 2,72
und umfasst damit die Null. Die Effektstärke ist klein (Cohen’s
d = 0,237; Hedges’ g = 0,235), ihr Konfidenzintervall von −0,154 bis
0,626 entsprechend unsicher. Punkt-biseriale Korrelation (r = −0,113) und
lineare Regression (B = −1,02; β = −0,113) bestätigen das
Bild: eine sehr schwache, nicht signifikante negative Tendenz, mehr nicht. Die
Alternativhypothese wurde verworfen und die Nullhypothese beibehalten.
Bemerkenswert ist dabei weniger das Ergebnis als das, was es
nicht sagt. Ein nicht signifikanter Befund belegt keine Abwesenheit eines
Zusammenhangs, sondern nur, dass diese Stichprobe keinen belastbaren Hinweis
darauf liefert — und die Stichprobe ist nicht repräsentativ, sondern
deutlich bildungsnah. Die externe Validität ist entsprechend
eingeschränkt. Das Plakat hält beides fest: den Befund und seine
Grenze.